Neue CC-Dressurprogramme, Rüdigers Rückblick und Boden als Risikofaktor


Die Disziplin Concours Complet lud am 22. November zum Forum nach Bern. Bevor der Nationalcoach Rüdiger Rau das Jahr Revue passieren liess, der Elite-Schweizermeister geehrt wurde und Dr. med. vet. Stéophane Montavon referierte, wurden vormittags die neuen CC-Dressurprogramme vorgestellt.


(ta) Marius Marro, Chef Technik, erarbeitete zusammen mit einer CC-Dressurkommission, bestehend aus Geneviève Pfister, Beatrice Meier, Lise Johner, Estelle Vissuzaine und Esther Andres, neue nationale CC-Dressurprogramme, angelehnt an die Vorlagen aus England, Frankreich und Deutschland. Es wird per 1.1.2015 in den Kategorien B1 bis B3 je zwei Programm geben, wobei die A-Programme leichter und kürzer und für die erste Saisonhälfte vorgesehen sind. Die B-Programme sollen in der späteren Saison und an den nationalen Championaten geritten werden. Es sind alle auf 20x40 oder 20x60 Meter grossen Vierecken reitbar. Vor allem diejenigen der Kategorie B1 sind für junge Pferde konzipiert und haben neu fliessende Übergänge, verlangen keinen starken Schritt oder Zehnmetervolten mehr. Sie sollen alle drei bis vier Jahre wieder überarbeitet werden. Die ab Mitte Dezember auf FNCH online abrufbaren Programme wurden vormittags auf der Anlage Steiner in Obergerlafingen den interessierten Zuschauern vorgeritten.


Statistiken
Die Anzahl nationaler Nennungen war 2014 trotz stets abnehmenden Veranstaltungen höher wie im Vorjahr. Über 80% macht der Basissport (Kategorien B1 und B2) aus. International sind über 50% der Schweizer Starts in der Kategorie Einstern erfolgt. Auf Stufe Dreistern realisierten 12 Reiter mit 16 Pferden total 47 Starts, wovon sechs Klassierungen resultierten.


Rückblick des Nationalcoaches
Rüdiger Rau liess sein erstes Jahr als Nationalcoach Revue passieren. Anfangs Jahr besuchte er alle Kaderreiter zuhause und lernte deren persönliches Umfeld kennen. „Es war sehr hilfreich, um mir ein Bild vom Ausbildungsstand zu machen“. Am CIC Frauenfeld war er als Beobachter vor Ort. Es folgten Turnierbegleitungen aller Kader. Rau sprach offen und kritisch und hinterfragte vieles. „Wir müssen uns voranbringen, in dem wir grundlegend einige Dinge verändern“, resümierte er seine Jahresanalyse. „Wir müssen versuchen, ein strukturiertes Zukunftsmodell aufzustellen, von dem wir in einigen Jahren in allen Altersklassen profitieren können. Ein Konzept könnte lauten „Eventing 2025 – was ist das?“. Ist unser Vielseitigkeitssystem noch zeitgemäss? Gutes, vielseitiges Reiten geht über eine gute Grundausbildung von Reiter und Pferd und genau hier haben wir Lösungsansätze“, äusserte er seine Zukunftsgedanken zum Schweizer CC-Sport. „Wir müssen, um an den internationalen Spitzensport näher heranzukommen, mehr auf Professionalität achten. 2015 sollen mehr Kadertrainingstage geschaffen werden.“
Ausführlicherer Rückblick erscheint im nächsten Bulletin.


Ehrungen
Felix Vogg gewann die Elite-Schweizermeisterschaft vor Patrizia Attinger und Eveline Bodenmüller. Letztere wurde zudem als erfolgreichste Reiterin nach FEI- und SVPS-Ranking geehrt. Als Besitzerin von Waldmann, dem erfolgreichsten Pferd nach SVPS-Ranking, gabs noch einen Blumenstrauss mehr oben drauf. Und sie ritt auch Unita CH zum erfolgreichsten Schweizer CC-Pferd 2014.

 Rio und Lausanne
Evelyne Niklaus stellte die möglichen Wege über Teamquotenplätze nach Rio vor. An der Europameisterschaft 2015 werden noch zwei solche Plätze vergeben, sonst müssen Einzelreiter versuchen, Plätze für die Schweiz zu sichern. 
Lise Johner informierte über die internationale Zweisternprüfung in Chalet-à-Gobet vom 4.-6. September 2015. Dank der Unterstützung der Stadt Lausanne wird diese auf einer neuen Geländestrecke auf der anderen Seite der Hauptstrasse durchgeführt. Die neue Strecke mit temporärem Wasserhindernis wird von Pierre Michelet konzipiert. Die Elite-Schweizermeisterschaft 2015 wird in dieser CIC**-Prüfung ausgetragen.


Boden als Risikofaktor
Dr. med. vet. Stéphane Montavon referierte zum Thema „Bewegungsablauf (Sprung) und Boden als Risikofaktor für die Pferde – Überlegungen für Vielseitigkeitsprüfungen“. Er erläuterte, was für Kräfte auf die Gelenke wirken, wie ein Pferdeauge wahrnimmt und was zur Sprungqualität beiträgt. Er verglich outdoor mit indoor, Gras mit Sand, Trainings- mit Turnierböden. „Reitet auf möglichst verschiedenen Bodenqualitäten, um Fähigkeiten beim Auf- und Abfussen zu entwickeln, festigen und stärken!“ Ganz zum Schluss appellierte der Chef Wettkampfsport SVPS, Peter Christen, an die Reiter: „Wenn wir eine Spitze wollen, brauchen wir eine Basis – und dazu braucht es Prüfungen! Werdet proaktiv in euren Vereinen.“
Die Vortragsunterlagen werden online pulbiziert, sobald verfügbar.